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Ich wollte einen Lautsprecher, der mobil ist, lange läuft, nicht zu schwer ist und natürlich einen ordentlichen Klang hat.
Was liegt da näher, als sich so einen Lautsprecher selbst zu bauen?
Wie das geht und was du dazu brauchst, erfährst du in diesem ausführlichen Artikel!

Schon seit einigen Jahren begleitet mich der Gedanke an einen mobilen Lautsprecher mit gutem Klang. Was gibt es schöneres, als bei bestem Wetter mit Freunden in der Sonne zu liegen, einen schönen Tag zu verbringen und dabei entspannter Musik zu lauschen?

Der Klang von Handylautsprechern oder ultraportablen Mikroboxen konnten mich allerdings überhaupt nicht begeistern.

Vor einigen Wochen dann fiel die Entscheidung: Eine portable Lautsprecherbox mit gutem Sound muss her. Meine Bedingungen waren:

  1. Guter Sound, auch bei höherem Pegel
  2. Genug Akkulaufzeit für einen Tag im Park
  3. Hohe Mobilität: einfach zu transportieren & weniger als 16 Kg
  4. Flexible Inputmöglichkeiten: Klinke, Cinch, USB-Stick, Radio und Bluetooth-Audio-Streaming vom Handy/Tablet/Pc
  5. Ein moderater Preis

Für mich war sofort klar: Das baue ich mir selbst! Und das Ergebnis kann sich sehen lassen!

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

Vorwort

Diese Anleitung ist kostenlos und darf von jedem nachgebaut werden, der dazu Lust hat. Nicht erlaubt ist aber der kommerzielle Vertrieb ohne vorherige Kontaktaufnahme mit mir.
Ich würde mich freuen, wenn du mir ein Feedback in den Kommentaren hinterlässt!

Wie kompliziert ist der Bau?

Wer nicht zwei linke Hände hat, ist in der Lage, diesen Lautsprecher zu bauen. Unerfahrene Hobbyschreiner sollten sich eventuell im Umgang mit der Oberfräse unterstützung bei einem Profi suchen. Ansonsten gilt: learning by doing. Bei Fragen kannst du dich auch über die Kommentare jederzeit an mich wenden.

Was für Werkzeug brauche ich?

  • Bohrmaschine & Holzbohrer
  • Stichsäge
  • Lötkolben
  • Heissklebepistole

Optional sind:

  • Oberfräse mit Fräszirkel: Ist nützlich, aber nicht zwingend erforderlich. Solltest du keine haben, kannst du entweder eine kaufen, eine ausleihen, einen Schreiner um Hilfe fragen, oder einfach ohne die in der Anleitung erwähnten Vertiefungen arbeiten. Diese haben rein optische Zwecke und verändern den Klang überhaupt nicht.
  • Industrie-Heissluftföhn
  • Schleifmaschine

Wie lange dauert der Bau?

Je nachdem wie geschickt du bist! In der Regel sollte ein langes Wochenende genügen, wobei das Lackieren, bzw. das trocknen der Farbe die meiste Zeit benötigt.

Materialliste

Die folgenden Dinge kannst du dir bequem im Netz bestellen. Meine Bestellung war nach 2-5 Tagen da. Einzig ein Bauteil liess etwa 10 Tage auf sich warten.

Ich habe dir alle Produkte verlinkt, die ich auch gekauft habe. Damit solltest du keine Probleme beim Nachbau haben.

2 Stk.     Visaton BG 20 8‘‘ Breitbandlautsprecher

2 Stk.     8‘‘ Schutzgitter

2 Stk.     Befestigungsmaterial-Set für Schutzgitter

1 Stk.     Bassreflexrohr 100mm Ø, 140 mm Länge

1 Stk.     Kinter MA-700 Verstärker

1 Stk.     12Volt 12Ah Blei Gel Akku

1 Stk.     Ausziehgriff

1 Stk.     Riemengriff

2 Stk.     Polyesterwatte

2 Meter   Dichtungsband

1 Stk.     Gummirollen-Set

1 Stk.     100 x 10cm Alu-Lochblech

4 Meter   Stromkabel rot, 1.5mm2 Litze (Achtung: ist Meterware!)

4 Meter   Stromkabel schwarz, 1.5mm2 Litze (Achtung: ist Meterware!)

1 Stk.     3,5mm Klinkenbuchse auf Cinchstecker

1 Stk.     3.5mm Klinkenstecker auf Stereo Cinchbuchse

1 Stk.     3.5mm Klinke auf Klinke Kabel

1 Stk.     5x Wippenschalter (Set, benötigt werden nur 2)

1 Stk.     Sicherhungshalter 5x20mm

1 Stk.     T8A Feinsicherung, träge, 8A

1 Stk.     12V Tiefentladungsschutz

1 Stk.     Digitales LED-Voltmeter

1 Stk.     Blei-Akku Ladegerät

1 Stk.     Akku-Ladestecker (male/female)

1 Stk.     6,3mm Flachsteckhülsen Set

1 Stk.     5,5 mm DC-Stecker

1 Stk.     Schrumpfschlauch Set

1 Stk.     Mikro USB-Stick (ein normaler USB-Stick steht weit vom Gehäuse ab und kann bei unabsichtlichem Anstossen die USB Buchse irreparabel beschädigen!)

1 Stk.     USB-Bluetooth Empfänger (kein Theater mehr mit dem Signalkabel, einfach und flexibel aus der Hosentasche deine Musik streamen!)

 

Pegelkorrektur:

2 Stk.     Luftspule, 1mH

2 Stk.     Kondensator glatt, bipolar, 1µF

2 Stk.     Keramikwiderstand, 15Ω

UPDATE (Januar 2015): Es scheint gelegentlich zu Lieferschwierigkeiten bei den Bauteilen für die Pegelkorrektur zu kommen. Eventuell finden sich die Bauteile bei einem anderen Shop. Dann einfach auf die gleichen Werte (Spule mit 1mH, Kondensator bipolar mit 1µF, Widerstand mit 15Ω) achten. Alternativ kann die Box auch ohne Pegelkorrektur gebaut werden, dann werden die Speaker einfach direkt an den Verstärker angeschlossen.

 

Ausserdem benötigst du natürlich noch Holz und ein paar Kleinigkeiten, die du in deinem lokalen Baumarkt bekommst:

Multiplex (z.B. Birke), 12mm Stärke
Anmk.: Es geht natürlich auch jedes andere Holz. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass dieses genug stabil ist. Ein schwächeres Holz benötigt mehr Versteifungen und schwingt potentiell mehr mit.

Anzahl

Grösse

Verwendungszweck

2 Stk.

54 x 42cm

Front/Hinten

2 Stk.

25 x 42cm

Seiten

2 Stk.

25 x 51.6cm

Boden/Deckel

Kantholz  1 x 1cm

ca. 2 Meter

Verstärkung

Kantholz  ca. 1 x 3cm

ca. 2-4 Meter

Verstärkung

 

 MDF, 8mm Stärke

Anzahl

Grösse

1 Stk.

17.8 x 11.3cm

1 Stk.

17.8 x 10.5cm

1 Stk.

11.3 x 11.3cm

1 Stk.

8.8 x 9.6cm

2 Stk.

8 x 14cm

1 Stk.

9.6 x 14cm

  • Verschiedene Schrauben
  • Farbe, Lack oder eine andere Art der Oberflächenveredelung
  • Schleifpapier
  • Holzleim (oder: 1K-PUR Holzleim, der hält definitiv)
  • Wenn gewünscht: Kanten- und Eckenschutz

 

Pegelkorrektur

Ich habe mich bei meiner Box für den Visaton BG 20 als Lautsprecher entschieden. Bereits beim ersten Blick auf das Datenblatt ist mir sofort der Frequenzgang des Chassis aufgefallen. Dieser fällt in den Bässen (unter 100Hz) erwartungsgemäss ab und ist zwischen 100Hz und 1‘000Hz recht stabil, steigt aber zwischen 1‘000Hz und 10‘000Hz nochmals deutlich an.

In meiner ersten Simulation der Box sieht man sofort, dass in diesem Bereich die zu erwartenden Pegel fast 10dB höher sind. Das sollte jeder normale Hörer als deutlich lauter identifizieren und stört daher. Um den Pegel in diesem Bereich zu korrigieren verwenden wir drei elektronische Bauteile, welche in den Signalweg gebracht werden und den Pegel absenken: eine Spule, einen Kondensator und einen Widerstand.

 

Exkurs: Wie funktioniert die Korrektur genau?

Spulen und Kondensatoren haben die Eigenschaft, unterschiedliche Frequenzen „durchzulassen“, weil sie für entsprechende Frequenzen keinen elektrischen Widerstand erzeugen, oder zu „sperren“, weil Ihr Widerstand extrem hoch wird. Da Strom „faul“ ist, sucht er sich immer den geringsten Widerstand in einem Stromkreis. 

Der Kondensator lässt hohe Frequenzen passieren (in unserem Fall die über 10‘000Hz) während die Spule die tiefe Frequenzen unter 1‘000Hz passieren lässt. Im Bereich zwischen 1‘000Hz und 10‘000Hz ist der elektrische Widerstand aber sowohl beim Kondensator, als auch bei der Spule so hoch, dass kein Strom durchfliesst. Jetzt kommt das dritte Bauteil, der einzelne Widerstand zum Zug: Sein Widerstand ist geringer als derjenige in der Spule oder dem Kondensator, sodass sich der Strom nun doch die Mühe macht, und durch diesen Widerstand hindurch geht. Da dies Energie verbraucht, ist nun weniger „Saft“ auf der Leitung und der Lautsprecher wird entsprechend etwas leiser. Das reicht gerade aus, um den Pegel insgesamt zu glätten.

Für unsere Verkabelung heisst das folgendes: Das Plus-Signalkabel vom Verstärker zum Lautsprecher wird durchtrennt und es werden die drei Bauteile parallel zu einander dazwischen gelötet. Sofern ihr einen Kondensator mit einer umlaufenden Kerbe auf nur einer Seite gekauft habt (so wie ich auf dem folgenden Bild, Kerbe Links am schwarzen Kondensator), dann muss darauf geachtet werden, dass die Seite mit der kleinen Kerbe später an das Plus-Kabelende zum Verstärker hin angelötet werden muss! Hat euer Kondensator hingegen je eine Kerbe an beiden Enden, so ist er bipolar und es spielt keine Rolle, wie herum er angeschlossen wird.

Wenn man diese Korrektur nun noch einmal Simuliert sieht man sofort, dass sich der Pegel nun recht stabil um 95dB einpegeln sollte. Ganz glatt bekommt man den Frequenzverlauf zwar nicht – das soll für unseren Anwendungsbereich aber nicht weiter stören, denn 1. würden weitere Korrekturen weitere Leistung vernichten, 2. wird diese Box im Freien verwendet, d.h. die Hörumgebung ist sowieso nicht perfekt und 3. sind die gröbsten Ausschläge im Bereich um 10‘000Hz, wo die meisten Menschen sowieso bereits nicht mehr gut hören.

 

Das Gehäuse

Für Lautsprecher gilt etwas ähnliches wie für Autos, nämlich dass Volumen (oder Hubraum) nur mit mehr Volumen (also mehr Hubraum) ersetzt werden kann. Meine Anforderungen an das Gehäuse waren daher recht simpel: So klein wie möglich, so gross wie nötig. Die Box sollte mobil sein, d.h. nicht zu klobig und auch nicht zu schwer. Dabei ist mir, wie ich finde, ein guter Kompromiss zwischen Klangqualität und Mobilität gelungen.

Die Mindestmasse der Box sind vorgegeben durch den benötigten Platz für Speaker, Verstärker und Batterie. In der Simulation habe ich verschiedene Grössen ausprobiert und kam zu dem Entschluss, dass ein Gehäuse um 50 Liter wohl das richtige sein wird.

Um Gewicht zu sparen habe ich als Material nicht das billigere MDF verwendet (was aber natürlich genauso gut funktionieren würde!), sondern habe auf Birke-Multiplex gesetzt. Dieses Holz ist zwar teurer, hat aber auf Grund der Schichtverleimung eine sehr hohe Stabilität, ist leicht und die Oberfläche sieht auch ohne Lackierung bereits sehr gut aus.

Zusätzliche Stabilität gewinnt das Gehäuse durch innenseitig angebrachte Kanthölzer in den verleimten Kanten (diese verstärken die recht schmalen Klebestellen, sodass die Box beim Herumtragen nicht plötzlich auseinanderfällt) und zusätzlichen Streben, welche die Festigkeit des Gehäuses verbessern und damit ungewollte Schwingungen hemmen.

 

Die Elektrik

Bitte lies dir dieses Kapitel aufmerksam und vollständig durch. 12Volt ist nicht viel Spannung, aber auch hier besteht Gefahr. Ich versuche, auf die grössten Gefahren hinzuweisen, die eigene Sorgfalt kann das aber niemals ersetzen!

In Anlehnung an den Universalschaltplan.

Mir war wichtig, dass die Box einen Tag im Park bei normaler Lautstärke problemlos durchhält. Daher habe ich als Akku einen 12V Blei Gel Akku mit 12Ah vorgesehen. Der ist im Vergleich zum Miniverbrauch des Verstärkers geradezu riesig dimensioniert. Blei Gel und Blei Vliess Akkus haben gegenüber normalen Blei Akkus ausserdem den Vorteil, dass sie nicht auslaufen können, falls sie einmal umfallen sollten.

12Ah ist aber schon eine rechte Menge Strom, sodass das Thema Sicherheit nicht ausgelassen werden sollte. Würde man die Batterie absichtlich kurzschliessen, würde sie eventuell sogar explodieren. Da so ein Kurzschluss aber auch unabsichtlich passieren kann, ist meiner Meinung nach eine Sicherung Pflicht! Die Sicherung wird nach dem voraussichtlichen Stromverbrauch dimensioniert. Der Verstärker benötigt laut Datenblatt maximal 5A. Mit einer Reserve von 50% für Stromspitzen beim Einschalten und eventuelle zusätzliche Verbraucher ergibt das einen Sicherungswert von ca. 7.5A. In meiner Box kommt daher eine träge 8A Sicherung zum Einsatz.

Ein weiteres Thema, welches ich für wichtig halte, ist der Tiefentladungsschutz. Blei Akkus nehmen irreparablen Schaden, wenn sie zu stark entladen werden. Da die manuelle Kontrolle der Akkuspannung per Blick auf das Voltmeter nach ein paar Bierchen gerne mal vergessen wird und die Entladung des Akkus zudem nicht linear verläuft, übernimmt diese Aufgabe bei mir ein extra Bauteil. Der Tiefentladungsschutz trennt den Stromkreis, sobald der Akku zu leer ist und lässt den Betrieb erst wieder nach dem Aufladen des Akkus zu. Der von mir vorgeschlagene Akku möchte laut Datenblatt eine maximale Entladung bis auf 10.5 Volt erleiden, was mit dem orangenen Hebel am Tiefentladungsschutz entsprechend eingestellt wird. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt 10.6 Volt oder sogar noch höher, geht dann aber zulasten der Laufzeit. Das kann die Akkulebenszeit um mehrere hundert Ladezyklen verlängern und erspart mir so den vorzeitigen Kauf eines neuen Akkus. Dieses Bauteil ist allerdings optional, wer hier also ein wenig sparen will, lässt es einfach weg. Sinnvoll ist es aber auf jeden Fall.

Zur Kontrolle der Akkuspannung im Betrieb habe ich ein LED-Voltmeter eingebaut. Damit habe ich die Spannung stets im Blick und kann in etwa abschätzen, wie lange die Party noch gehen wird.

In meinem Schaltkreis finden sich drei Wippenschalter. Der erste Schalter ist für den Ladestromkreis. Da meine Ladebuchse aussen am Gehäuse relativ offen liegt, habe ich hier einen Schalter eingebaut, welcher den Stromkreis zusätzlich unterbricht, solange nicht geladen wird. Unbeabsichtigte Kurzschlüsse werden somit vermieden. Man könnte über diese Ladebuchse allerdings auch einen weiteren, externen 12 Volt Verbraucher (z.B. eine Lampe) anschliessen und ebenfalls mit diesem Schalter steuern. Mit dem zweiten Schalter schaltet man den Verstärker ein. Der dritte Schalter ist optional und in meiner Dokumentation nicht aufgeführt. Er trennt bei mir das Voltmeter vom Stromkreis, damit es nicht permanent läuft. Da das Voltmeter aber nur wenige Milliamperre Strom verbraucht, kann man diesen Schalter mit gutem Gewissen weglassen!

Falls bereits ein passendes Ladegerät für Blei Akkus vorhanden ist, kann dieses natürlich verwendet werden. Damit dann der Ladestecker passt, müsst ihr natürlich selbst einen passenden für die Box auswählen. Falls noch kein Ladegerät vorhanden ist, könnt ihr euch an meine Empfehlung aus der Materialliste halten. In diesem Fall müssen die Krokodilklemmen des Ladegeräts abgeschnitten werden und durch das Gegenstück des Ladesteckers ersetzt werden. Der Stecker mit den Pins (der "männliche" Stecker) gehört ans Ladegerät. Unbedingt die Polarität beachten, sonst gibt’s ein Feuerwerk: Plus auf Plus-Pol, Minus auf Minus-Pol!

Wann immer sich das Stromkabel teilen musste, habe ich die Verzweigungen jeweils mit selbst gemachten Y-Kabeln umgesetzt. Dazu isoliert man einfach mit einem Messer vorsichtig, ohne die Litzen zu verletzten, ein ca. 15mm langes Stück eines Kabels ab. Das gleiche macht man mit einem zweiten Kabel am Ende. Nun schiebt man die offenliegenden Litzen einfach ineinander und verlötet sie richtig. Man kann die beiden Kabel dabei mit Klebeband oder einem kleinen Kabelbinder auf der noch isolierten Seite fixieren, wenn man das möchte, nötig ist das aber nicht. Wichtig ist dann aber, dass die abisolierte Lötstelle mit genug Schrumpfschlauch isoliert wird, damit es hier nicht zum unabsichtlichen Kurzschluss kommt.

   

 

Verdrahtung der Elektrik

Wir gehen zunächst den Weg des Pluspols. Dazu kommt der Übersicht halber ausschliesslich rotes Kabel zum Einsatz.

Mit einer 6,3mm Flachsteckhülse wird das rote Kabel in Zukunft an den Pluspol der Batterie gesteckt. Dazu das Kabel einfach abisoliert in die Hülse stecken und mit einer entsprechenden Zange ordentlich festquetschen. Man es auch Verlöten, sollte aber auch so halten.

   

Dieses Kabel läuft nun als erstes zum Sicherungshalter. Danach wird das Stromkabel verzweigt (Y-Kabel). Ein Ende des Y-Kabels läuft zum Wippenschalter des Ladesteckers und von dort zum Pluspol des Ladesteckers. Das andere Ende des Y-Kabels läuft zum Wippenschalter für den Verstärker. Von dort läuft dann ein Kabel zum Pluspol Eingang (Beschriftet mit Battery +)  des Tiefentladungsschutzes. Dort wird das Kabel ebenfalls mit einer Flachsteckhülse befestigt.

Mit einer weiteren Flachsteckhülse wird nun ein rotes Kabel vom Pluspol Ausgang (Beschriftet mit Load +) des Tiefentladungsschutzes weggeführt. Dieses Teilt sich auf und geht einerseits zum Pluspol des Voltmeters (rotes Kabel) und andererseits zum Verstärker. Dort wird es im DC-Stecker mit der Lötfahne des Mittelpins verlötet.

Der Kabelweg des Minuspols ist etwas einfacher. Es wird ausschliesslich schwarzes Kabel verwendet.

Von der Batterie geht wieder ein Y-Kabel aus, einmal zum Minuspol der Ladebuchse, und einmal zum Minuspol Eingang des Tiefentladungsschutzes.

Vom Minuspol Ausgang des Tiefentladungsschutzes geht ein Y-Kabel zum schwarzen Kabel des Voltmeters, und eines zum DC-Stecker für den Verstärker. Dort wird es mit der Lötfahne des äusseren Mantels des Steckers verlötet.

Es lohnt sich, die korrekte Polarität am DC Stecker nochmals zu überprüfen: Minus (schwarz) nach aussen, Plus (rot) nach innen. Der Verstärker hat keinen Verpolungsschutz, wenn man den Strom verkehrt herum anschliesst, dann werden die Kondensatoren sofort platzen und der Verstärker ist hinüber! (Siehe hier)

 

Signalleitungen

Ich habe aus Kostengründen auf richtige Anschlussterminals verzichtet und stattdessen einfach fertig konfektionierte Kabel zerschnitten. Dazu trennt man in ausreichendem Abstand zur Buchse das Kabel vorsichtig auf und entfernt vorsichtig die Isolation. Es sollten dabei möglichst keine Drähte verletzt werden, die sind nämlich sowieso schon relativ dünn. Gute Erfahrungen habe ich mit einem Industrie-Heissluftföhn gemacht: man erwärmt das Kabel für 3-5 Sekunden und kann dann die aufgeweichte Isolation mit den Fingernagel problemlos abziehen.

Es werden nun alle Masseleitungen (das sind die unisolierten/freien Drähte im Kabel) zu einer Verbindung zusammengelötet. Idealerweise macht ihr das wie im folgenden Bild, dann könnt ihr am Ende problemlos einen Schrumpfschlauch darüber ziehen und es besteht keine Kurzschlussgefahr.

Die Signalleitungen werden jeweils nach Seite getrennt zusammengelötet, d.h. ihr lötet alle linken Kanäle (in der Regel weiss isolierte Litze) zusammen und macht das selbe mit den rechten drei Adern (rot/orange/gelb/blau/etc. isolierte Litze). Danach alles gut mit Schrumpfschlauch isolieren: Zunächst jede verlötete Ader einzeln damit es keinen Kurzschluss gibt, dann die beiden Pakete nochmals zussammen damit nichts auseinander fällt.

 

Gehäusebau

Aus dem Deckel (51.6 x 25cm) wird in der Mitte der langen Seite eine 8cm breite und 9cm tiefe Aussparung gesägt. Damit dabei das Holz nicht ausfranst, kann man es mit einem Messer ca. einen halben Milimeter ausserhalb der Sägelinie vorschneiden. Darum herum wird mit der Oberfräse eine 1cm breite Vertiefung (1mm tief) eingelassen.

   

Aus der Rückwand wird in der Mitte der langen Seite ein Fenster herausgefräst: 3.9cm vom Rand entfernt bis 8cm tief, 8cm breit. Darum herum wird mit der Oberfräse eine 1cm breite Vertiefung (1mm tief) eingelassen. Die Vertiefung wird wie im Bild bis an den Rand herausgezogen.

   

Aus einem Seitenteil wird aus einer Ecke ein viereckiges Stück herausgesägt: Auf der auf der langen Seite wird erst 0.8cm ausgelassen, danach wird eine 10x10cm grosse Aussparung ausgesägt. Hier kommt später der Akku hinein.

Falls man das Voltmeter später bündig mit dem Holz einbauen möchte, muss man sich nun überlegen, wo man das Voltmeter platzieren möchte und ein entsprechendes Loch (23mm breit, 14mm hoch) in die Rückseite machen. Dabei ist die Position des Ausziehgriffs zu berücksichtigen! Da das Voltmeter mit 7mm weniger dick als das Holz stark ist, muss nun auf der Innenseite eine entsprechende Vertiefung (ca. 5mm) rund um das Loch gefräst werden um die Höhendifferenz anzugleichen.

Ausserdem macht man noch die Löcher für die Stromschalter, den Sicherungshalter und die Ladebuchse.

Auf die Rückwand (54 x 42cm) werden nun der Boden und Deckel (51.6x25cm) sowie die beiden Seitenteile (25 x 42cm) geklebt. Das Loch einen Seitenteil für die Batterie kann nach Belieben auf der linken oder rechten Seite sein, wichtig ist nur, dass es zur Rückwand und zum Boden hin zeigt. Die beiden erstellten Aussparungen im Deckel und der Rückwand müssen direkt beieinander sein und liegen oben.

Nun ist das Batteriefach an der Reihe. Dazu wird mit den 3 Brettchen (17.8 x 11.3, 17.8 x 10.5 und 11.3 x 11.3) eine Box hinter dem Loch gebaut. In die Oberseite des Batteriefachs sollte vor dem Verkleben nahe der Seitenwand ein Loch für das Stromkabel gebohrt werden. Dieses Loch sollte etwa um 45° geneigt sein, damit der Akku bei einem späteren Akkutausch an den Kabeln vorbei passt.

Rund um die Aussparung im Deckel wird ebenfalls ein Fach für den Verstärker gebaut: Dazu wird zunächst in das kleine Brettchen (8.8 x 9.6) mittig auf der längeren Seite, etwa 3.5cm vom Rand entfernt mit einem 10er Bohrer ein Loch für die Kabelzuleitung gemacht. Nun klebt man die beiden Seitenteile (8 x 14) und den Fachboden (9.6 x 14) mit dem durchbohrten Brettchen um die Aussparung herum. Das gebohrte Loch muss dabei mehr zum Inneren der Box zeigen. 


Alle Kanten werden nun auf der Innenseite mit dem 1x1cm Kantholz verstärkt. Dazu in alle Kanten ein passendes Stück kleben. Entlang der Kanten, welche zur noch nicht eingeklebten Front zeigen, werden ebenfalls bereits Leisten angeklebt.

Mit den weiteren Vierkanthölzern (1x4cm) werden auf der Innenseite zusätzliche Verstrebungen auf die Aussenwände geklebt. Es sollten in der gesamten Box alle grösseren freien Flächen verstärkt werden, damit die Box später nicht dröhnt. Dazu die Hölzer hochkant, also mit der schmalen Seite, auf das Holz kleben, damit sie die grösste Stabilität entfalten können. In der Mitte des Deckels wird Später der Handgriff montiert. Damit dieser genügend halt findet, kann die Schraubstelle mit einem zusätzlich aufgeklebten Brettchen auf der Innenseite verstärkt werden.

Nachdem der Leim ausgehärtet ist, wird am oberen und unteren Ende des viereckigen Batteriefach-Lochs auf der Aussenseite mit der Oberfräse eine 1cm breite Vertiefung (1 mm tief) eingelassen. Achtung: Nicht links und rechts davon, denn das Blech ist nur 10 cm breit, also genau so breit wie das Loch bereits ist!

In der Mitte der Rückseite werden nun Löcher für die Signaleingänge (Klinke und Cinch) gebohrt. Dabei ist darauf zu achten, dass der Ausziehgriff, welcher später am oberen Rand, in der Mitte der Rückseite platziert wird, nicht im weg ist. Ich habe die Eingänge bei mir direkt unter dem Verstärkerfach platziert.

In die Frontseite (54 x 42cm) werden mit einer Oberfräse Vertiefungen (4mm) für die Auflage der Chassis gefräst:

14.5 cm von links und oben, 10.3 cm Radius.

14.5 cm von rechts und oben, 10.3 cm Radius.

Danach werden die Löcher für die Chassis ausgefräst:

14.5 cm von links und oben, 9.2 cm Radius.

14.5 cm von rechts und oben, 9.2 cm Radius.

Ebenfalls wird das Loch für das Bassreflexrohr gefräst:

                Mittig, ca. 10 cm vom unteren Rand, 6.8 cm Radius

Wer möchte, kann die mitgelieferte Verlängerung für die Fernbedienung ebenfalls in die Frontseite einlassen und so seine Box bequem bedienen. Dazu muss an geeigneter Stelle ein entsprechendes Loch gebohrt werden. Der Empfänger der Fernbedienung ist in einem relativ grossen Kunststoffblock eingegossen. Damit das zu fräsende Loch nicht so gross sein muss, kann man das meiste vom Plastik wegschneiden. Aber aufgepasst, wenn man die Kabel durchtrennt kann man nichts mehr retten! Wie man dem Bild entnehmen kann, kann aber gefahrlos darum herum reduziert werden.

   

Nachdem das Gehäuse bereits weitgehend verstärkt wurde, muss nun auch die Front verstärkt werden. Diese ist auf Grund der grossen Löcher geschwächt und schwingt tendenziell am meisten mit. Auf der Innenseite (d.h. da wo keine Vertiefungen eingefräst wurden) werden daher ebenfalls Versteifungen aus Kantholz eingeklebt. Zusätzlich habe ich noch kleine Verstärkungen an den Stellen angebracht, wo ich später die Lautsprecher anschrauben werde. Die sind jedoch optional.

Nachdem der Leim getrocknet ist, wird getestet, dass der Deckel komplett schliesst und keine Verstrebung ansteht. Sofern es keine Probleme gibt, wird die Front aufgeklebt.

Nachdem der Leim ausgehärtet ist, wird die Box geschliffen und in der Farbe deiner Wahl gestrichen.

In die Rückseite werden die Signaleingangsbuchsen, Schalter, Sicherungshalter, Ladebuchse und Voltmeter eingeklebt.

Dann wird verkabelt. Dabei hält man sich grundsätzlich an die Ausführungen aus dem Kapitel Verdrahtung der Elektrik. Die Kabellängen sollten so gewählt werden, dass man später genug Spielraum hat:

  • Aus dem Akku Fach gelangen die Stromkabel in das Innere der Box. Diese Kabel müssen bis ganz ans Ende des Batteriefachs reichen, der Akku kommt mit den Steckern voran ins Fach!
  • Die Stromzuleitung zum Verstärker wird durch das Loch im Verstärkerfach geführt. Durch dieses Loch kommen ebenfalls die Kabel zu den Lautsprechern, die Radioantenne, die Signaleingangskabel und die Verlängerung für die Fernbedienung, sofern angebracht.
  • Der Verstärker wird eingesetzt, angeschlossen und mit Heisskleber und eventuell ein oder zwei Schrauben fixiert.
  • Das Antennenkabel kann entweder im Innenraum der Box verlegt und mit Heissleim fixiert oder auf Höhe der unteren Querstrebe des später zu montierenden Ausziehgriffs aus dem Gehäuse hinausgeführt werden. Dort kann durch abisolieren des Kabels und anschleifen des Lacks vom Ausziehgriff-Rahmen an derselben Stelle eine Verbindung hergestellt werden, sodass der Ausziehgriff quasi als Antenne funktionieren kann.

Alle verbleibenden Löcher bei den Schaltern, Steckern, Kabeldurchführungen, usw. sollten mit Heisskleber abgedichtet werden, damit später keine Strömungsgeräusche entstehen.

Die Bauteile für die Pegelkorrektur kommen in den Innenraum und werden dort mit Heisskleber an das Holz geklebt.

 

Nun wird die Box locker mit der Polyesterwatte ausgefüllt.

In der Front wird das Bassreflexrohr eingebaut. Die Länge des Rohrs soll 14cm betragen, es wird also entsprechend gekürzt, zusammengeklebt und eingeschraubt.

   

Anschliessend werden die Lautsprecherchassis angeschlossen (Polarität beachten: rotes Kabel auf Plus, schwarzes Kabel auf Minus) und ebenfalls festgeschraubt. Hier nicht vergessen, dass die Pegelkorrektur im Pluspol-Signalweg gemäss der Ausführungen des Kapitels Pegelkorrektur eingebaut werden muss. Damit es an den Chassis nicht undicht wird, sollte ein Streifen Abdichtband zum Einsatz kommen. Danach werden die Schutzgitter vor den Lautsprechern montiert und mit den Klammern fixiert.

   

 

Mit einer Schablone aus Papier oder Karton wird der Umriss des Verstärkerfachs oben und hinten abgenommen. Dazu am besten das Papier um die Regler des Verstärkers herum ausschneiden und am Holz mit Klebeband fixieren. Mit dieser Schablone wird aus dem Lochblech eine Blende ausgeschnitten und anschliessend montiert. Ich habe dazu Löcher gebohrt und dann mit einer Blechschere das Blech aufgeschnitten. Danach einfach mit einem Gummihammer das Blech wieder etwas flachklopfen. Je nachdem wie geschickt man im Umgang mit dem Blech ist, kann man die Blende des Verstärkers auch abschrauben und das Lochblech bis unter die Blende fahren lassen, sodass man das Lochblech zusätzlich mit dem Verstärker festschrauben kann. Aber Achtung: Der Verstärker mag überhaupt keine Metallspäne, also immer schön abklopfen oder absaugen!

   

Als nächstes wird der Akku angeschlossen und eingeschoben. Damit dieser nicht plötzlich herausrutscht, wird ein Stück Holz davor platziert und durch den Boden des Gehäuses verschraubt.

   

Die Abdeckung des Akkufachs wird ebenfalls per Schablone abgenommen, ausgeschnitten und dann verschraubt.

Jetzt fehlt nicht mehr viel. Der Ausziehgriff wird in der Mitte der Rückwand angebracht, sodass dieser direkt über den Reglern des Verstärkers aufliegt. Auf dem Deckel wird der Handgriff festgeschraubt. Danach werden noch die Rollen in den Ecken des Bodens verschraubt. Dabei darauf achten, dass man Schrauben in der richtigen Länge verwendet (zumindest in der Akku-Ecke), damit nichts beschädigt wird.

   

Wer will kann nun noch Kanten- und Eckenschutz anbringen.

Wenn ihr den Akku mit dem empfohlenen Ladegerät auflädt, sollte es keine Probleme geben. Damit es beim Laden mit einem anderen Ladegerät nicht zu Bedienungsfehlern kommt, solltest du neben der Ladebuchse nun noch eine Beschriftung anbringen:

"Akkuladung: 14.5 - 14.9V, max 4.8A"
Anmk.: Diese Werte gelten für den von mir vorgeschlagenen Akku. Wer ein anderes Produkt verwendet muss die Werte gemäss dem entsprechenden Datenblatt natürlich anpassen.

Sofern in den Sicherungshalter eine Sicherung eingelegt wurde, ist die Box ist nun bereit für den Einsatz!

Jetzt geht’s auf zum ersten Freilufttest!

 

Dein erster Eindruck

Mach ein Video oder Bilder von deiner Box, erzähl von deinen Erfahrungen beim Bau und schick mir das in den Kommentaren oder per Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!!

Wenn du in deinem Video auf diese Anleitung verweist, würde ich mich sehr freuen!

Nachbauten von Usern:

 

FAQ

Wie lange hält der Akku?

Die Laufzeit ist von sehr vielen Faktoren (Temperatur, Akku-Alter, Lautstärke, Musikart, usw.) abhängig und kann nicht pauschal angegeben werden. Der Akku ist sicher ausreichend dimensioniert. Darüber hinaus kann man sagen: